Unser Head of Sales, Marketing & PR im Interview



HMH: Je nach dem was spannender ist…
DM:
Das können nur die Leser beurteilen, aber ich versuch mal die Mitte zu treffen…
Mein Vater war Profimusiker (und Mitbegründer der legendären Ostband „Silly“) und ich hatte als Kind das Vergnügen oft bei den Touren oder Konzerten dabei sein zu können und schon als Kind liebte ich Hotels – die schicke Ausstattung, die netten Zimmermädels, die mich oft mit zum Frühstück genommen haben um mich zu verwöhnen, eine Küchenchefin die vernarrt in mich war (und wahrscheinlich auch in meinen Vater) und nicht zuletzt die Atmosphäre und das Licht in den Hotels, alles war irgendwie schick und aufregend. Als ich mich nach dem Abitur für einen Weg entscheiden musste, war meine ganze Welt in Veränderung, es war der Herbst 89 und auf einmal hatte man ganz neue Möglichkeiten, nur leider wussten wir nicht so recht welche. Mein Wunsch Musikerin zu werden scheiterte an meinem mangelnden Fleiß am Baß, es gab so viele andere spannende Sachen zu entdecken. Also entschied mein Vater für mich zunächst eine bodenständige Ausbildung zu absolvieren, mit der man auf der ganzen Welt etwas anfangen könnte. Er sagte, wenn schon Gastronomie dann suchen wir den besten “Laden“ dafür aus und so landete ich im heutigen Westin Grand, damals Grand Hotel Berlin, Leading Hotels of the World und er behielt Recht, die Ausbildung war Spitze! Bevor ich aber den Ausbildungsplatz erhielt, musste ich ein Jahr lang als Zimmermädchen arbeiten und das war die beste und härteste Schule in meinem Leben, denn zur Wendezeit mussten wir zwischen 20 und 30 Zimmer reinigen und das auf 5 Sterne Niveau – seitdem habe ich den größten Respekt vor diesem harten Job! Neben der Ausbildung arbeitete ich in den neu eröffneten Kneipen am Kollwitzplatz, die zu dieser Zeit immer gerammelt voll waren, weil es ja noch nicht so viel Angebot gab. So arbeitete ich 4 Jahre lang fast jeden Tag 18 Stunden, denn ich musste mein Leben selbst finanzieren.
Nach der Ausbildung bot man mir den Job als Night Auditor bei der Hotelneueröffnung des Airport Hotels Esplanade an, was ich ein Jahr lang tat und dann wollte ich noch mal studieren und begann das Studium der Philosophie an der TU Berlin, was ich auf Grund wirtschaftlicher Engpässe nach 2 Jahren aufgeben musste und dann für ein knappes Jahr nach London ging, um die Sprache zu lernen. Was für eine Stadt! Ich arbeitete dort in einem Luxusboutique Hotel in der Nähe vom Harrods, im Franklin Hotel und nebenbei ging ich täglich 3 Stunden in die Sprachschule und danach zur Happy Hour in die Pubs :-) Ich kam lange mit nur 4 Stunden Schlaf aus. Als ich dann zurück kam absolvierte ich den Betriebswirt in der Hotelfachschule Berlin und dann bewarb ich mich im Holiday Inn als stellvertretende Empfangschefin und bekam eine Stelle als Verkaufssekretärin im Hollywood Media Hotel. Nach 3 monatiger Jobsuche war ich froh überhaupt erst mal etwas zu bekommen und wollte schauen ob das etwas für mich ist. Ich hatte von Sales- und Marketing keinen Plan… Nach 4 Wochen ging dann auch noch die Verkaufschefin, die mir eigentlich versprochen hatte mich ganz allmählich anzulernen und ich saß da mit Null Ahnung und einer Abteilung, die noch nicht mal ein Ablagesystem hatte. Also baute ich Schritt für Schritt die Abteilung auf, fragte wo ich konnte, las, probierte und so vergingen bisher 11 aufregende Jahre in denen ich alle Positionen des Sales und Marketing durchlief und so wuchs die Abteilung mit mir. Mittlerweile habe ich über ein Fernstudium auch einen Abschluss als Online Marketing Master und die Arbeit bei uns hat sich verfünffacht. Da Personalkosten immer ein heikles Thema sind, fallen uns alle Aufgaben zu, für die die Kettenhotellerie eigens Manager einsetzt wie zum Beispiel Online Marketing, E-Commerce, Revenue- und Yieldmanagement, Business Development, Hotellerie Recht sowie alle Bereiche des Sales.
All das geht nur mit einem starken Team und auf dieses bin ich ganz besonders stolz! Wir arbeiten im Sales, Marketing und Bankettsales wie eine große Familie zusammen und nur so schaffen wir es innovativ und serviceorientiert zu arbeiten und den Spaß an der Arbeit nicht zu verlieren!

HMH: Kannst du kurz beschreiben, was deine Aufgaben als Head of Sales, Marketing & PR sind?
DM:
Wie gerade schon erwähnt fallen mir zum Einen die Organisation und Entwicklung aller Sales-und Marketingaufgaben anheim genauso erledige ich aber auch die operativen Aufgaben auf Grund von knapp bemessenem Personal. Diese Woche zum Beispiel, fahre ich mit zur Osterpromotion und besuche unsere Kunden, ich schreibe Firmenverträge, hecke den Marketingplan sowie das Jahresbudget aus, beschäftige mich mit dem sich ständig verändernden Marketing. So habe ich bei uns das Social Media, unseren Blog und Empfehlungsmarketing eingeführt, ich pflege unsere Hompage und unsere Online-Buchungsportale, ich suche die Print-und Online Werbeplattformen aus, gebe Anzeigen in Auftrag, organisiere Inhouse Promotions, Außer Haus Promotions, schreibe PR Artikel, erarbeite Verkaufsstrategien, achte darauf, dass wir das Budget erreichen, kümmere mich um unsere rechtliche Vertretung im Online Bereich, leite unseren Sales Manager an, organisiere Verkaufsreisen und Messen und seit neuestem arbeiten wir an unserer Videomarketing Sparte und erarbeiten gerade einen in der Hotellerie ganz neuen Typ von Werbespot, und, und, und….

HMH: Was gefällt dir an deinem Job besonders gut?
DM:
Die Vielfalt, Kreativität und stetige Weiterentwicklung – wow das war ja mal ne kurze Antwort...

HMH: Würdest du dich aus heutiger Sicht wieder für die Hotellerie entscheiden?
DM:
Mmh- - ich glaube wenn ich die Wahl hätte würde ich mein Engagement, meine Professionalität sowie meine Leidenschaft lieber da einsetzen, wo diese Eigenschaften besser anerkannt und honoriert werden – das ist leider eine Schwäche der Hotellerie, die wie ich finde, unbedingt in den nächsten Jahren verändert werden muss, um gute und engagierte Leute zu bekommen und zu halten! Ansonsten rein Jobtechnisch jeder Zeit wieder.

HMH: Und abschließende Frage: Ist dir aus der Vergangenheit ein Stargast besonders in Erinnerung geblieben?
DM: Klar der Moritz :-) Moritz Bleibtreu, von dem ich ein großer Fan bin, war so wenig Allüren behaftet und so sympathisch!!! Wobei mich Armin Müller-Stahl, den ich als Schauspieler auch sehr verehre, gleich wohl sehr beeindruckt hat. Ihn umgibt eine unbeschreibliche Aura der Bescheidenheit und Zurückhaltung, die einen selbst fast schon beschämt, wenn man bedenkt was dieser Mann alles in seinem Leben geschaffen und geschafft hat.

HMH: Was ist Dein nächster Schritt?
DM: Ich würde gerne in den nächsten 5 Jahren ein kleines luxuriöses Boutique Hotel in Berlin führen und ein neues Führungskonzept erarbeiten.