Erfahrungen einer Auszubildenden

Jede Abteilung durchlaufen und sich am Schluss für den zukünftigen Zweig entscheiden. Nicht zu vergessen den wöchentlichen Berufsschultag, der einem den Grundbaustein zum Verstehen der Hotellerie liefert.
Jetzt, zweieinhalb Jahre später, blicke ich auf diese Gedanken zurück und es bringt mich zum Schmunzeln. Das erste was ich gelernt hab: Die Theorie in der Berufsschule ist nicht gleich der Praxis im Hotel. Die Weiterentwicklung von Service, Marketing und Hotelausstattung ist ein unendlicher Prozess - da kommt der Lehrplan natürlich nicht hinterher.

Meine erste Station war das Hotelrestaurant wo ich, entgegen der Vorstellung vieler Menschen, schnell lernte, dass Tische eindecken und Teller tragen nicht alles ist. Zeitliche Tagesabläufe vom Frühstück bis zum Dinner müssen gründlich organisiert sein. Nicht zu vergessen die planmäßig herzurichtenden Tagungsräume nach genauer Absprache mit den Veranstaltern und die Tagungsgäste an sich, die in ihren Pausen natürlich auch versorgt werden müssen. Ein ständiger Blick auf die Raum- und Ablaufpläne ist da unumgänglich.

Den größten Respekt hatte ich vor meiner Zeit in der Hotelküche - dünsten, garen, braten, sautieren… Begriffe die mich zurückschrecken ließen, doch wieder wurde ich eines Besseren belehrt. Dank neuester Ausstattung und Technik sind all diese Vorgänge ganz einfach zu organisieren.

Wer mit dem Begriff Housekeeping allein das Putzen der Zimmer verbindet, irrt sich gewaltig. Natürlich musste ich auch die Vorschriften und Details einhalten als es darum ging die Gästezimmer herzurichten, jedoch ist das nicht alles was in dieser Abteilung anfällt. Auch hier ist der Alltag nicht ohne Listen, gründliche Organisation und Vorbereitung zu meistern. Listen die einem sagen welche Zimmer belegt sind, welche frei, und welche Zimmer noch gereinigt werden müssen beziehungsweise schon bezugsfertig sind. Eine ständige Absprache mit den Reinigungsfrauen ist da Pflicht. Wichtig ist außerdem zu wissen, wer denn eigentlich genau in welchem Zimmer wohnt, gibt es besondere Wünsche oder muss vielleicht sogar ein Begrüßungsgeschenk auf dem Zimmer platziert werden bevor der Gast anreist? Auch das ist ohne genaue Absprachen und organisierte Pläne nicht zu bewältigen.

Wenn es um die Rezeption geht sehen viele Menschen nur den Empfang der Gäste - immer schön lächeln und Zimmerkarten austeilen. Was wirklich dahinter steckt hat selbst mich überrascht und neugierig gemacht. Nirgendwo anders ist der Gästekontakt so groß wie an der Rezeption, dementsprechend erfährt man dort auch am meisten über die verschiedensten Gewohnheiten, Nationalitäten, Charaktere und Vorstellungen der Gäste, was natürlich für jeden der diesen Beruf gewählt hat äußerst spannend und interessant ist. Doch was genau passiert hinter dem Tresen - im Empfangsbüro - dort, wo kein Gast Zutritt zu hat? Im Grunde ist genau das der Ort, von dem aus die erfolgreiche Unterbringung der Gäste von der Begrüßung bis zur Verabschiedung abhängig ist. Der gesamte Tagesablauf ist genau geplant und wer sich nicht ausgiebig mit den erforderlichen Listen beschäftigt verliert schnell den Überblick. Der gesamte Tag wird eigentlich damit verbracht, den nächsten Tag vorzubereiten. Anreiselisten müssen gedruckt und überprüft werden, Gruppenanreisen müssen zeitlich abgesprochen und vorbereitet werden. Jeder Gast hat seine speziellen Vorstellungen wenn er ein Zimmer bucht, genau diese Vorstellungen heißt es zu realisieren durch entsprechende Zimmerzuteilung und gegebenenfalls zu beachtende Extrawünsche. Natürlich müssen nebenbei auch die Wünsche der bereits im Hotel wohnenden Gäste bearbeitet werden, seien es Beratungs- oder Telefongespräche. Niemand hat so einen großen Einfluss auf das Wohlbefinden des Gastes während des Aufenthaltes wie die Rezeption, und das zu erreichen ist das Ziel dieser gründlichen Organisation und Vorbereitung. Das freundliche Lächeln hinter dem Tresen, was den meisten Gästen sofort auffällt, ist da nur die Krönung des Ganzen.

Nicht zu vergessen sind die so genannten „Büro-Abteilungen“ wie die Reservierung, Marketing, der Verkauf und die Bankett-Abteilung. Hier befindet sich der Grundstein von allem was im Hotel geschieht. Bevor ein Gast oder eine Gruppe anreist, haben sie definitiv mit einer dieser Abteilungen zu tun. Und wie in jeder Abteilung habe ich auch hier gelernt: Ohne eine genaue Absprache untereinander funktioniert gar nichts. Meine Vorstellung war immer, dass jeder Mitarbeiter an seinem Schreibtisch sitzt und sich den ganzen Tag lang nur mit seinem Computer beschäftigt. Doch bereits an den ersten Tagen musste ich feststellen, dass ich mich da stark geirrt habe. Es wird rund um die Uhr besprochen was anfällt und wie man es bearbeitet, was beachtet werden muss und ob es irgendwelche Änderungen gibt. Keine dieser Abteilungen arbeitet für sich allein, jede ist mit einer anderen verbunden und abhängig von einer reibungslosen Kommunikation.

Ich habe mich für diesen Beruf entschieden weil ich die Hotellerie schon immer sehr aufregend fand und die Arbeit mit Menschen liebe. Doch das was ich in meiner Ausbildung am meisten gelernt hab ist: Die Hotellerie ist ein Full-Time-Job. Und damit meine ich nicht die täglichen Arbeitszeiten, sondern vielmehr die Erkenntnis, dass ein Hotel niemals schläft. 24 Stunden am Tag wird gearbeitet und jede Stunde ist verantwortlich für die darauf folgenden. Ich bin froh mich für diesen Beruf entschieden zu haben und habe zu schätzen gelernt was ein Hotel ausmacht. Sicher, die Arbeit vor dem Gast zählt, aber was auch nicht unterschätzt werden sollte ist was sonst noch geschieht um den Gast glücklich zu stellen und ihm das Wohlbefinden zu geben, auch seinen nächsten Berlin-Aufenthalt im eigenen Hotel zu verbringen.
[LEBEN WIE IM FILM]

Ihr Hollywood Media Hotel