Filmhotel Berlin - Boulevard der Stars

Angelegt wurde der "Boulevard der Stars" auf dem Mittelstreifen der Potsdamer Straße. Er erinnert an den "Walk of Fame" auf dem Hollywood Boulevard in Los Angeles. Zur Eröffnung und einer anschließenden Gala-Veranstaltung kamen zahlreiche Prominente. Darunter waren die Regisseure Wim Wenders und Doris Dörrie sowie Schauspieler Armin Mueller-Stahl, Kameramann Michael Ballhaus und der Witwer von Hildegard Knef, Paul von Schell. Der Boulevard soll die Großen des deutschsprachigen Films würdigen.

Ein Hauch von Hollywood am Potsdamer Platz: Der Boulevard der Stars

Mehr als 2.400 zu 40 - so sieht das Verhältnis von Sternen auf dem Hollywood Walk of Fame in Los Angeles zu Sternen auf dem Boulevard der Stars in Berlin aus. Aber Berlin sollte sich nicht grämen - die amerikanische Star-Meile hatte schließlich schon erheblich mehr Zeit als ihre Berliner Kopie. Den Hollywood Walk of Fame gibt es schon seit 1958 - den Boulevard der Stars hingegen erst seit dem 10. September 2010. Und er trumpft mit einer Besonderheit auf, die das amerikanische Vorbild nicht zu bieten hat: Am Potsdamer Platz werden die Stars der Filmbranche nicht nur mit Sternen verewigt, sondern ein Trick lässt sie über dem eigenen Stern schweben.
Schon auf der Berlinale 2010 wurde der erste Stern präsentiert: Marlene Dietrich, die deutsche Filmdiva, die später auch in Hollywood zum Superstar wurde und dort schon 1960 einen Stern auf dem Walk of Fame bekam. Rund sieben Monate später folgen 39 weitere Menschen, die sich um den deutschen Film verdient gemacht haben. Und das sind nicht nur berühmte Schauspieler wie Mario Adorf, Götz George und Armin Müller-Stahl, sondern auch Regisseure wie Rainer Werner Faßbinder, Werner Herzog und Konrad Wolf, Drehbuchautoren wie Wolfgang Kohlhaase, der Produzent Artur Brauner und die Kostümbildnerin Barbara Baum.


Roter Teppich aus Asphalt

Den Boulevard der Stars sollen die Zuschauer entlang wandeln können, wie die Stars es bei Filmpremieren und Empfängen auf dem roten Teppich tun. Deshalb ist der 320 Meter lange Weg aus rot gefärbtem Asphalt gemacht. Die Sterne selbst sind aus Messing und enthalten neben dem Namen auch ein Autogramm des jeweiligen Stars, das besonders begeisterte Besucher sich mit Papier und Bleistift abpausen können.
Die vielleicht größte Attraktion des von den Architekten Graft und den Planern von Art+Com entworfenen Boulevards ist aber eine andere: Beim Blick durch eigens installierte Spezialkameras erscheint es dem Betrachter, als schwebe der Star über dem eigenen Stern.
Doch bevor das Antlitz eines Stars über dem Potsdamer Platz schwebt, muss er erst einmal von einer Jury dazu auserkoren werden. Sie setzt sich zusammen aus dem Initiator des Projekts, dem Filmhistoriker Gero Gandert, je einem Vertreter des Adolf-Grimme-Instituts, der Deutschen Filmakademie, der Berlinale und der Deutschen Kinemathek.
Und der Oscar geht nicht an...
Wo immer eine Auswahl getroffen wird, ist die Liste derjenigen lang, die auf der Strecke geblieben sind, obwohl sie der Auswahl gut zu Gesicht gestanden hätten. Beim Boulevard der Stars ist es nicht anders: Weder die beiden jüngsten deutschen Gewinner des Auslands-Oscars, Caroline Link ("Nirgendwo in Afrika") und Florian Henckel von Donnersmarck ("Das Leben der anderen") noch herausragende Schauspieler wie Heinz Rühmann oder der stilbildende Regisseur Friedrich Wilhelm Murnau sind mit dabei.
Doch wer es nicht auf die Liste der ersten 40 Sterne geschafft hat, wird vielleicht beim nächsten Mal dabei sein. Zehn weitere Sterne sollen ab jetzt pro Jahr vergeben werden. Rein zahlenmäßig wird der Boulevard so aber wohl nie mit dem Hollywood Walk of Fame mithalten können. Wenn der Boulevard der Stars tatsächlich im vorgesehenen Tempo wachsen sollte, würde es 240 Jahre dauern, bis der Boulevard der Stars die Größe des Walk of Fame von heute erreicht hätte. Doch das scheint in Berlin ohnehin nicht geplant zu sein - der Boulevard bietet zunächst nur Platz für 150 Sterne.

© Fabian Wallmeier – rbb kultur

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